Häufige Fragen in der Ausbildung

 

Wieviele Überstunden dürfen geleistet werden? Wie sind die gesetzlichen Arbeitszeiten?

Laut § 3 Arbeitszeitgesetz dürfen Arbeitnehmer in Gaststättenbetrieben maximal 10 Stunden am Tag arbeiten. Danach gilt eine Ruhepause von mindestens 10 Stunden. Die Überstunden müssen innerhalb einer bestimmten Zeit wieder ausgeglichen werden. Regelungen für Minderjährige sind nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz natürlich abweichend. Desweiteren regelt das Arbeitszeitgesetz auch die Aushangpflicht der Dienstpläne, die Dokumentationspflicht der Arbeitsszeiten und Bußgeld- bzw. Strafvorschriften. Darüber hinaus gibt es weitere Vereinbarungen zu Rahmenbedigungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeiternehmerverbänden, welche in einem Manteltarifvertrag geregelt sind. Nähere Informationen sind in der Rubrik Informationen/Tarifvertrag zu finden.

Der Betrieb kann und darf bestimmen, ob Überstunden erforderlich sind. Man kann ja schlecht dem Hochzeitspaar mitten in der Feier sagen: “So, wir machen zu und gehen jetzt nach Hause.”







Natürlich stellen die Überstunden das größte Problem in der Gastronomie dar. Auch wenn man gesetzlich gesehen Recht hat, ist es schwierig, sein Recht tatsächlich durchzusetzen. Gerade in der Ausbildung will man wegen Aufmüpfigkeit seine Stelle nicht verlieren. Zunächst sollte man ein klärendes und sachliches Gespräch mit den Vorgesetzten suchen. Man könnte auch mit der IHK sprechen. Rechtsberatung gibt es auch bei den Gewerkschaften. Oder im Notfall sich einen anderen Ausbildungsbetrieb suchen.

Die beste vorbeugende Maßnahme ist, sich für einen fairen und professionellen Ausbildungsbetrieb zu entscheiden, in dem die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.

 

Wer zahlt Berufsbekleidung und Schulbücher?

Dabei unterscheidet man zwischen den Begriffen Arbeits- und Berufsbekleidung und Dienst- und Schutzkleidung.

Die Kosten für die Arbeits- und Berufsbekleidung trägt der Auszubildende selbst. Nur, wenn der Betrieb eine bestimmte Dienstkleidung wie zum Beispiel speziell bedruckte Poloshirts vorschreibt, muss er die Kosten hierfür übernehmen.

Das selbe gilt für Materialien und Bücher: Kellnermesser für Restaurantfachleute oder eigene Küchenmesser muss der/die Auszubildende(r) selber kaufen. Auch allgemeine Schul- und Fachbücher bezahlen die Schüler/-innen selbst. Lediglich bestimmte Materialien, die der Betrieb verlangt, müssen nicht selbst angeschafft werden. Dazu gehören auch die Berichtshefte, deren Kosten Auszubildende an den Betrieb weiterreichen können.

Es gibt aber sicherlich auch kulante und hilfsbereite Betriebsstätten, die die Kosten für Bücher und Materialien gerne übernehmen. Nachfragen lohnt sich.

 

Wer bekommt wieviel Trinkgeld?

Gesetzlich ist eindeutig geregelt, dass das Trinkgeld eine persönliche Zuwendung vom Gast an das betreffende Personal darstellt. Also der oder die das bekommt, kann es auch behalten. Innerbetrieblich kann man natürlich auch mit den Arbeitskollegen und -kolleginnen vereinbaren, wie das Trinkgeld eventuell aufgeteilt werden soll. Zum Beispiel erhält die Küche generell 20% vom Trinkgeld und Auszubildende etwas weniger als Ausgelernte. Dazu gibt es schöne Tabellen zur Tronc-Rechnung. Aber jeder Arbeitnehmer muss dann mit der Regelung einverstanden sein. Der Arbeitgeber darf das Trinkgeld auf keinen Fall einbehalten oder Servicekräfte dazu zwingen, das Geld mit anderen zu teilen.

Das Trinkgeld wird übrigens bei der Einkommenssteuererklärung auch nicht berücksichtigt und muss nicht angegeben werden.

 

Gilt der Berufsschultag als Arbeitstag?

Für Jugendliche unter 18 Jahren gelten am ersten Berufsschultag in der Woche bereits 5 Unterrichtsstunden als kompletter Arbeitstag und sie dürfen an dem Tag nach der Schule nicht beschäftigt werden. Am zweiten Berufsschultag (falls dieser angeboten wird) werden lediglich die tatsächliche Zeiten des Aufenthaltes inklusive Wegezeiten angerechnet.

Auszubildende über 18 Jahren dürfen generell nach der Berufsschule zum Dienst gerufen werden. Dabei rechnet man die Schulstunden inklusive Pause und die Fahrten von zu Hause und zum Betrieb als Arbeitszeit.

Übrigens:

In einigen Bundesländern gilt die Regel: Auszubildende, die zu Beginn ihrer Ausbildung bereits 21 Jahre alt sind, müssen nicht am Berufsschulunterricht teilnehmen. Jedoch ist das sicherlich nicht zu empfehlen, da die Schulen gezielt auf die Abschlussprüfungen vorbereiten.

 

Kann man sich die Berufsschule aussuchen?

Ja, das darf man. In einigen Fällen liegt eben eine andere Berufsschule näher am Wohnort. Problematisch wird es jedoch, wenn die Schule zu einem anderen IHK Bezirk gehört als der Betrieb. Denn die Berufsschulen sind bei den praktischen Abschlussprüfungen involviert und kennen den ganzen Ablauf und die Anforderungen. Diese unterscheiden sich teilweise im Vergleich zu anderen IHK Bezirksstellen. Und die zuständige Prüfstelle kann nicht gewechselt werden. Also: lieber den weiteren Anfahrtsweg in Kauf nehmen, dafür aber gut auf die Prüfung vorbereitet sein.