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Martin Meyer

Betriebswirt für Verpflegungssysteme,

Leiter Geschäftsbereich Beratung

S&F Consulting Modernes Verpflegungsmanagement GmbH

 

“Cooking forever”

Die Anfänge

“Alles fing mit Knorr an, zumindest meine ersten Versuche in der Küche. Kochen würde ich das heute nicht mehr nennen! Später kamen dann viele Gemüsesorten aus dem elterlichen Großgarten und die hervorragenden Kochkünste meiner Oma dazu. So entwickelte ich schon früh meine Leidenschaft für das Kochen. Der Grundstein war gelegt und der nächste Schritt, eine Kochlehre, war nur folgerichtig.

Von der Küche über die Metzgerei, Bäckerei und Konditorei ging es steil in Richtung Gesellenprüfung. Und nach dem Abschluss sofort ab in die große Welt. Denn das ist es, was den Beruf des Koches neben der Leidenschaft für die Zubereitung der Zutaten so reizvoll macht. Viel sehen, viel Reisen, feuchtfröhliche Veranstaltungen mit aufgeschlossenen Kollegen und in der Küche immer wieder Neues lernen und ausprobieren.







Los ging es, über Stationen in Würzburg, Zürich, Stuttgart, Hannover bis in die schöne Hansestadt Hamburg. Obwohl … Zürich war noch schöner! Natürlich gab es in dieser Zeit auch einige nicht sooooo gute Erfahrungen und die Arbeitszeiten …, na ja. Aber immerhin war man die meiste Zeit mit Gleichgesinnten, sprich Köchen und anderen aus der großen Gastronomiefamilie zusammen, so dass dies gar nicht so ins Gewicht fiel.

Die Weiterbildung

Nachdem ich innerhalb Hamburgs einige Küchen gesehen und Restauranteröffnungen inklusive Cateringservice mitgemacht habe, das Jahr 2000 war auch schon vorbei, machte ich mir Gedanken, wohin es gehen sollte. Küchenmeister, Hotelfachschule, Studium Betriebswirtschaft?

Glücklicherweise gab es nun schon Internet und Suchmaschinen, welche in der Vorgooglezeit auch schon gute Ergebnisse lieferten. Meine Wahl fiel auf ein Studium zum Verpflegungsbetriebswirt in Limburg an der Lahn. 2 Jahre Vollzeit. Was da auf mich zukam war schon eine Umstellung. Nach so vielen Jahren in der Küche wieder die Schulbank drücken, aber alles in allem war auch das Studium eine gute Zeit.

Fächer wie Deutsch, Englisch, EDV, Lebensmittelchemie, Ernährungslehre, Prozesstechniken, Mathematik und Präsentationsmethoden wurden unterrichtet. Manchmal rauchte der Kopf und die Projektarbeiten waren auch nicht immer ein Zuckerschlecken. Zwei Jahre und lange Nächte später, mittlerweile war es das Jahr 2006, hatte ich den Abschluss als „Betriebswirt für Verpflegungssysteme“ (eigentlich wäre der Titel noch länger, aber so reicht es vollkommen) in der Tasche.

Im Nachhinein stellt sich die Frage: „Waren alle Fächer wirklich notwendig und haben sie einen Nutzen für die zukünftige Arbeit?“ Vielleicht hätte man sich einiges sparen können, aber da niemand weiß, in welche Richtung es nach dem Studium geht, ist es sinnvoll das Studium auf eine breite Basis zu stellen.

Das Jetzt

Und seit 2006 arbeite ich nun im Bereich Beratung für Küchen innerhalb der Gemeinschaftsverpflegung, welche von Kliniken über Seniorenzentren bis zur Betriebsverpflegung reicht. Eine sehr spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit, bei welcher ich beim Umgang mit Küchenverantwortlichen von meiner Erfahrung der Vergangenheit profitieren kann.

Der Weg von Knorr und Oma bis zum Leiter Geschäftsbereich Beratung in einem der marktführenden Beratungs- und Betreuungsunternehmen für die Gemeinschaftsverpflegung in Deutschland war immer spannend. Und auch heute ist jedes Projekt anders als das vorherige.

Es gehört nämlich nicht nur das Bewerten von Kochprozessen zu meinem heutigen Aufgabengebiet sondern darüber hinaus noch viel mehr. So geht es in letzter Zeit vermehrt um die wirtschaftliche Bewertung der Verpflegungsbereiche und um folgende Fragen der Betriebe: Wohin führt der Weg in den kommenden 10 Jahren? Wie sieht es zukünftig mit Fachkräften aus? Können wir uns unsere Küche noch leisten? … Es bleibt spannend!

Da ich trotz des breitgefächerten Studiums nicht auf allen Gebieten bewandert bin, freue ich mich über die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen. Dies sind Fachleute für die Themen Ausschreibung, Personalvermittlung, Prozessumsetzung, Küchenfachplanung und alles rund um das Thema Ein- und Verkauf von Lebensmitteln.

Aber auch wenn ich heute viel Zeit am Schreibtisch verbringe, so habe ich die Lust am Kochen nicht verloren. „Cooking forever“ gilt in meiner Freizeit weiterhin – da kommt mir meine Freundin nicht an den Herd – und auch die Besichtigungen der Mandanten Küchen sind für mich kleine Reisen zurück zu den Wurzeln meines Berufes.”