Fachwirt/-in im Gastgewerbe

Die Weiterbildung als Fachwirt/-in im Gastgewerbe (IHK) ist formell der des Meisters/-in gleichzustellen mit kleinen Unterschieden. Die Prüfung und der Rahmenlehrplan wird von den Industrie- und Handelskammern organisiert und durchgeführt.

Zunächst entstand die Idee, auch einen Meistertitel für Systemgastronomen anzubieten. Daraus entwickelte sich im Jahr 2002 der erste Rahmenlehrplan des Fachwirtes mit der Konzentration auf BWL. Im Gegensatz zum Meisterabschluss wurde die Fortbildungsregelung zum Fachwirt/-in bis jetzt noch nicht bundeseinheitlich im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert. Daher gelten derzeit um die 20 Kammerregelungen, wobei sich alle mehrheitlich an die Empfehlung des DIHK halten. Hier eine Übersicht: Verordnung Fachwirt/-in

 







Inhalte

Ein weiterer Unterschied zur Meisterfortbildung ist die starke Ausrichtung auf die Vermittlung betriebswirtschaftlicher Kenntnisse und Zusammenhänge speziell in der Gastronomie und Hotellerie. Hier findet keine fachliche Vertiefung von Fertigkeiten statt, z. B. Küchentechnik oder Arbeiten am Tisch des Gastes, sondern eher die Spezialisierung in den Bereichen Marketing, Controlling und Gästeorientierung. Also ist diese Aufstiegsfortbildung inhaltlich mit der eines Betriebswirtes zu vergleichen in verkürzter Form.

Ein AEVO-Schein ist weder ein verpflichtender Teil der Fortbildung noch eine Voraussetzung.

 

Prüfung

Wie beim Meister gibt es die Prüfungsbereiche “wirtschaftsbezogene Qualifikationen” und die “handlungsspezifische Qualifikationen”. Ein praktischer Prüfungsanteil fällt jedoch weg und auch die “berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation” (AEVO) ist keine Pflicht. Die Prüflinge können sich beim Prüfungsgespräch für einen bestimmten Bereich entscheiden: Hotel- und Gaststättenbetrieb, Systemgastronomie oder Gemeinschaftsverpflegung/Catering. Noch ein Extra: Wer die Prüfung insgesamt bestanden hat, braucht für den AEVO-Schein den schriftlichen Teil nicht mehr abzulegen.

 

Voraussetzung

Im Gegensatz zum Meister benötigt man statt drei insgesamt nur zwei Jahre Berufserfahrung nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Genaue Angaben sind in der DIHK Empfehlung dargestellt.

 

Lehrgänge

Die Lehrgangsdauer zur Prüfungsvorbereitung beträgt ca. 4 Monate in Vollzeit bzw. 13 Monate berufsbegleitend. Je nach Anbieter kosten die Kurse von 2.900 € bis 4.900 €. Zusätzlich berechnet die IHK ca. 460 € an Prüfungsgebühren. Prüfende IHK-Bezirksstellen und passende Lehrgangsanbieter sind unter wis.ihk.de zu finden. Die Teilnahme an einem Prüfungsvorbereitungskurs ist keine Voraussetzung für die Zulassung zur IHK Prüfung, jedoch sicherlich zu empfehlen, um die Prüfung erfolgreich zu bestehen.

 

Weitere Formen

Die Industrie- und Handelskammern bieten auch folgende Aufstiegsfortbildungsabschlüsse an:

Vor 2012 hieß der Veranstaltungsfachwirt: Fachwirt Messe-, Tagungs- und Kongresswirtschaft.

Die Verordnungen der beiden Weiterbildungsmöglichkeiten sind im Gegensatz zum Fachwirt/-in im Gastgewerbe im Berufsbildungsgesetz festgelegt. Die Rahmenbedingen sind jedoch die gleichen. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt natürlich auf den speziellen Bereichen Veranstaltung bzw. Tourismus.