Staatlich geprüfte(r) Betriebswirt/-in an Hotelfachschulen

Die beliebteste Form der Weiterbildung ist unter den Gastronomiefachleuten der Besuch einer Hotelfachschule.

  • Dabei erwirbt man den Abschluss als staatlich geprüfte(r) Betriebswirt/-in für das Hotel- und Gaststättengewerbe oder für Catering. Der Lehrgang und die Prüfungen werden durch die Fachschulverordnung des jeweiligen Bundeslandes (weil Bildung Landeszuständigkeit ist) geregelt.  Die Rahmenbedingungen und die inhaltliche Gestaltung des Bildungsganges sind jedoch gleich und die Abschlüsse sind bundesweit anerkannt.
  • Der Bildungsgang dauert in der Regel zwei Jahre im Vollzeitschulmodus. Der Beginn richtet sich je nach Standort nach der Sommerferienregelung des Bundeslandes.
  • Gleichzeitig kann auch eine Prüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife oder sogar Abitur abgelegt werden.
  • Ausbildereignungskurse und weitere Angebote zur Zusatzqualifikation zeichnen die Schulen aus. Mittlerweile bieten auch einige Schulen in Kooperation mit Fachhochschulen (meist im Ausland) einen Aufbaukurs zum Bachelor-Studium an.
  • Viele Standorte haben einen eigenen Campus mit Wohnheim und Verpflegungsmöglichkeiten.
  • Als Zulassungsvorraussetzungen werden meist eine gastronomische Ausbildung (3 Jahre) plus mindestens ein Jahr Berufserfahrung oder eine branchenfremde abgeschlossene Berufsausbildung plus 5 Jahre Berufserfahrung im Gastgewerbe verlangt.
  • Einige Schulen erheben Schulgebühren, einige nicht. Bei allen muss man aber mit zusätzlichen Kosten über insgesamt ca. 300 € – 900 € für Fachbücher, Schulfahrten, besondere Materialien, etc. rechnen. Zur Finanzierung der Weiterbildungsmöglichkeit wird diese durch Schüler- oder Meister-BaföG unterstützt.
  • Vor- und Nachteile erschließen sich aus den unten stehenden FAQs.

 

Hotelfachschulen in Deutschland

Zur Zeit bieten bis zu 30 Schulen in Deutschland den Lehrgang an. Die Beliebtesten und Renommiertesten im Land sind sicherlich die fünf “staatlichen” Hotelfachschulen in Dortmund, Heidelberg, Hamburg, Berlin und Hannover. Auch “private” Schulen dürfen durch staatliche Genehmigung und Zulassung den Bildungsgang anbieten.







Alle Hotelfachschulen sind nach Bundesländern und in alphabetischer Reihenfolge geordnet. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

BundeslandHotelfachschuleSchulgebührenBemerkungen
Nordrhein-WestfalenWIHOGA Dortmund4.500 €
Baden WürttembergHotelfachschule Heidelberg4.050 €
HamburgHotelfachschule Hamburgkeine SchulgebührenSchwerpunkt Tourismus
BerlinHotelfachschule Berlinkeine Schulgebühren
NiedersachsenHotelfachschule Hannoverkeine Schulgebühren
Baden WürttembergIB Hotelfachschule Stuttgart2.185 €
BayernSteigenberger Akademie Bad Reichenhall12.960 €
BayernHotelfachschule Bad Wörishofenkeine Schulgebühren
BayernHotelfachschule Garmisch-Partenkirchen8.950 €
BayernBAA Hotelfachschule München9.660 €
BayernKermess Hotelfachschule in München
BayernHotelfachschule Pegnitz2.700 €
BayernHotelfachschule Dr. Eckert in Regenstauf oder in Regensburg
HessenHotelfachschule Fuldakeine Schulgebühren
HessenHotelfachschule Korbach240 €ausschließlich 3 Jahre berufsbegleitend in Teilzeit
HessenHotelfachschule Marburg (Käthe-Kollwitz)170 €
HessenAdolf-Reichwein-Schule Limburg an der Lahnkeine SchulgebührenFachrichtung Catering, Systemgastronomie und Gemeinschaftsverpflegung
Mecklenburg-VorpommernHotelfachschule Rostock
NiedersachsenHotelfachschule Emdenkeine SchulgebührenIn Voll- oder Teilzeit
NiedersachsenHotelfachschule Göttingen (Berufsbildenden Schulen Ritterplan)ausschließlich 3 Jahre berufsbegleitend in Teilzeit
NiedersachsenHotelfachschule Lüneburgkeine Schulgebührenausschließlich 3 Jahre berufsbegleitend in Teilzeit
Nordrhein-WestfalenBelhoga Ahaus (Berufskolleg Lise Meitner)keine Schulgebühren
Nordrhein-WestfalenHotelfachschule Detmoldkeine Schulgebühren
Rheinland-PfalzJulius-Wegeler-Schule in Koblenzkeine Schulgebühren
Rheinland-PfalzHotelfachschule Südliche Weinstraße in Edenkobenkeine Schulgebühren
SaarlandHotelfachschule Saarbrückenkeine Schulgebühren
SachsenHotelfachschule Dresden3.000 €
SachsenSRH Hotelakademie Dresden3.070 €In Voll- oder Teilzeit
SachsenHotelfachschule Leipzig (Susanna-Eger-Schule)keine SchulgebührenIn Voll- und Teilzeit
Schleswig-HolsteinHotelfachschule Lübeck250 €
ThüringenHotelfachschule Thüringen (Ernst-Benary-Schule)keine Schulgebühren
ThüringenHotelfachschule Erfurt (DEHOGA Kompetenzzentrum)keine Schulgebühren

 

Hotelfachschulen im Ausland

In den Nachbarländern mit gastronomischer Tradition findet man ebenfalls qualitativ hochwertige Weiterbildungsmöglichkeiten, die für deutsche Staatsbürger mit entsprechender Vorbildung zugänglich sind.

In Österreich dauern die Qualifizierungsmaßnahmen drei Jahre und man erhält den Abschluss als Tourismusfachmann/-frau. Inhaltlich sind die Fächer auf Betriebswirtschaft und Führung wie an den deutschen Hotelfachschulen ausgelegt. Interessante Zusatzkurse wie Käsemeister oder Bier-Sommelier werden hier angeboten.

  • Tourismusschulen Bad Gleichenberg
  • TourismusKolleg Bad Leonfelden
  • Zillertaler Tourismusschulen

In der Schweiz und in den Niederlanden gibt es zahlreiche “Hotelfachschulen”, die jedoch als Abschluss den Bachelor (BA) oder Master (MBA) anbieten. Daher sind die Informationen zu den Schulen in der entsprechenden Rubrik unter Bachelor & Master/Bereich Tourismus und Hotellerie zu finden.

 

FAQs zu Hotelfachschulen

Wieso lohnt sich der Besuch einer Hotelfachschule? Bedenkt man die zwei Jahre Auszeit, zusätzliche Kosten und den Prüfungsstress, ist es nicht verwunderlich, wenn Bedenken auftauchen. Viele Betriebe raten von der Weiterbildung ab, um wertvolle Mitarbeiter nicht zu verlieren. Letztendlich bringt eine Hotelfachschule das, was man selber daraus macht – und das kann der berufliche Aufstieg sein, Neuorientierung in- und außerhalb der Branche, Erweiterung des Verantwortungsbereiches, Gehaltssteigerung, persönliche Weiterentwicklung und Networking!

 

Wie schwer ist der Lernstoff? Erstens gibt es die offiziellen Zulassungsbedingungen der Schulen nach denen sich das Niveau richtet, zweitens hängt es wieder an einem selbst, wieviel man bereit ist, für ein erfolgreiches Ziel zu tun. Ansonsten liegt die Abbrecher- und Durchfallquote bei ca. 2%.

 

Reicht ein Jahr Berufserfahrung wirklich? Hier ein dringender Tipp: Bitte nicht sofort nach einem Jahr Berufserfahrung an eine Hotelfachschule gehen! Warum nicht? Versetzen Sie sich in die Lage eines Personalmanagers und überlegen Sie, ob Sie tatsächlich jemanden in einer Führungsposition einsetzen wollen, der nur Schule kennt und ein Jahr lang Verantwortung übernommen hat. Oder lieber jemanden nehmen, der sich im Job bewährt hat und seine Erfahrungen im Studium erweitern konnte. Das heißt, lieber zwei bis drei Jahre lang sich festigen und zielstrebig vorankommen, Hotelfachschule besuchen und dann oben einsteigen.

 

Wie sieht es mit dem Bachelor aus? Nach dem europäischen Qualifizierungsrahmen aus 2013 werden die 4 Semester an einer Hotelfachschule dem Bachelor-Studiengang gleichgestellt, wobei diese Regelung die deutschen Hochschulen nicht anerkennen. Nur bestimmte Universitäten und Fachhochschulen rechnen die Studienzeit an einer Hotelfachschule an, um letztendlich einen Bachelor-Abschluss zu bekommen. In der Detailbeschreibung der Hotelfachschulen sind die Namen der jeweils kooperierenden Fachschulen zu finden.